Auch in Kevelaer verursacht das Insektensterben besorgtes Stirnrunzeln. So überlegt man am „Runden Tisch für ein insektenfreundliches Kevelaer“ schon länger, was man vor Ort dagegen tun kann. Am meisten stehen dabei die Aktivitäten der Kommune im Fokus der Öffentlichkeit, die unter anderem die Bewirtschaftung ihrer Flächen ökologischer gestaltet und auf zahlreichen Flächen bereits insektenfreundliche Blumenmischungen ausgesät und einheimische Sträucher angepflanzt hat. Doch ein großer Anteil der Fläche Kevelaers entfällt naturgemäß auf private Gärten. Hier hat sich in den letzten Jahren ein Trend breitgemacht, der es Insekten im Allgemeinen noch schwieriger macht, Lebensräume und Nahrung zu finden: (Vor-)Gärten, die hauptsächlich aus Split oder Schotter bestehen. Diese sollen vermeintlich pflegeleicht sein, werden aber in den meisten Fällen nach einigen Jahren sehr pflegeintensiv: hier sammeln sich durch den Wind kleine Mengen an Erde und Pflanzensamen an, die mit der Zeit zu größeren Pflanzen werden. Ein teuflischer Kreislauf entsteht, wenn dann zu Pestiziden gegriffen wird, um die „Unkräuter“ zu beseitigen. Besser wäre es, von vorneherein einen naturnahen Garten anzulegen, denn dann haben „Unkräuter“ bzw. Wildkräuter kaum Chancen, sich auszubreiten. Mittlerweile gibt es viele Blumensamenmischungen, die im eigenen Garten, auch als Inseln im Schotter, heimisch werden. Selbst Balkone können zur Artenvielfalt beitragen, indem man zum Beispiel insektenfreundliche Blüten und Kräuter auswählt und bis nach der Blüte stehen lässt. Grundsätzlich gilt: weniger ist mehr! Einfach wachsen lassen ist der einfachste Weg zum Naturgarten. Vielen Menschen scheint das jedoch zu wiedersträuben, sie wollen lieber einen „ordentlichen“ Garten. Um sich an das Aussehen naturnaher Gärten zu gewöhnen, könnte man zum Einstieg zunächst eine Ecke oder einen kleinen Bereich gezielt verwildern lassen. Auch den Rasen weniger oft mähen bzw. nicht so kurz mähen oder einzelne Bereiche bis zur Blüte stehen lassen, sind Optionen, die der Tierwelt zugutekommen. Natürlich kann man auch gezielt und strukturiert Stauden und Sträucher für Insekten anpflanzen.
Weitere Tipps und Hinweise bekommt man auf der Seite kevelaer.de/vorgarten. Ab sofort läuft außerdem ein Wettbewerb, um einen Schottergarten in eine blühende und pflegeleichte Oase für Insekten zu verwandeln. Bewerben kann man sich ebenfalls unter kevelaer.de/vorgarten. Der Einsendeschluss ist der 27.04.2020. Auskunft erteilt Nina Jordan unter Tel. 02832-122740 oder klimaschutz@kevelaer.de.