Von Traumfresserchen und kleinen Prinzessinen

Man sieht sie nicht, man hört sie nicht, und sie kommen nur, wenn man sie einlädt: die kleinen Traumfresserchen. Wie der Name schon sagt, sind Träume ihre Leibspeise. Aber nicht alle, nein, nur die fiesen, traurigen, verstörenden, also die, die eigentlich keiner mag – außer den Traumfresserchen eben. Es gibt ja auch so Vieles, das über Nacht verarbeitet werden muss. Da kann sich schon mal ein Monster in den Traum verirren und wenn man aufwacht, ist jedes Geräusch so unheimlich.

Das ging auch der kleinen Prinzessin Schlafittchen aus der Geschichte „Das Traumfresserchen“ von Michael Ende so, die zwar in Schlummerland lebt, aber einfach nicht schlafen kann. Bis ihr Vater, der König, auf einer langen Reise ein Traumfresserchen findet, das ihm einen Zauberspruch gibt. Der ist wichtig, denn die Prinzessin muss den kleinen Kobold persönlich einladen, damit er auch weiß, dass er willkommen ist. Seit sie die Geschichte kennen, wissen auch die Kinder der Kita Marienkäfer, wie man fiese Träume los wird. Den Zauberspruch kennen sie inzwischen auswendig. Und wie der kleine Kobold aussieht, wissen sie auch.

Denn jeder kleine „Marienkäfer“ bekommt zum Geburtstag so ein kleines Kerlchen in Stoffversion geschenkt. Dazu haben einige Eltern über 40-mal geschnitten, genäht und gestopft, die widerspenstigen Wollhaare gebändigt. So kann jedes Marienkäferkind nun die Kuschelversion des Kobolds neben das Spiderman- oder Eisköniginkopfkissen betten. Doch nicht nur die Geschichte vom Traumfresserchen wird mit den Kindern gelesen. Seit einiger Zeit verschönern große, selbst gestaltete Traumfänger die Wände der beiden Gruppen. Da kann eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder? Das ist auch wichtig, denn: „Wer gut schlafen kann, […], der hat ein freundliches Gemüt und einen klaren Kopf.“