Eine noch intensivere Zusammenarbeit vereinbart

Die Schnittmenge bei den jeweiligen Themen und Zielen ist groß: Der Besuch von Elisabeth Veldhues, Landesbehindertenbeauftragte (LBB) von Nordrhein-Westfalen, beim Vorstand der Landesseniorenvertretung (LSV) NRW brachte denn auch als erfreuliches Ergebnis die Vereinbarung einer künftig noch intensiveren Zusammenarbeit.

Die Aufgabe der Landesbehindertenbeauftragten besteht laut Gesetz „in der Wahrung der Belange von Menschen mit Behinderung“. „Ich setzte mich für deren gleichberechtigte und selbstbestimmte gesellschaftliche Teilhabe ein“, erläuterte die 67-Jährige, die in Rheine geboren ist. Diese Stichworte nahm Gaby Schnell als Vorsitzende der LSV nur zu gerne auf, denn eben diese Forderungen stehen auch bei den Seniorenvertretungen ganz oben auf der Agenda.
So zeigte sich rasch, dass man bei Themen wie Barrierefreiheit im Wohnungsbau oder im öffentlichen Personennahverkehr nachhaltige Verbesserungen verlangt, die ebenso behinderten, älteren oder anders in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen zugute kämen. Auch beim Betreuungsrecht und den so genannten „freiheitsentziehenden Maßnahmen“ waren sich Veldhues und der Vorstand der Landesseniorenvertretung einig, dass es um die Umsetzung des „Werdenfelser Weges“ gehen muss. Dieses Verfahren bemüht sich um eine Abkehr vom starren Sicherheitsdenken hin zu einem verantwortungsvollen Abwägen aller Aspekte beim Einsatz etwa von Bauchgurten, Bettgittern oder Vorsatztischen in Pflegeeinrichtungen.

Der LSV-Vorstand erfuhr, dass die Landesbehindertenbeauftragte, die seit 45 Jahren verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes ist, die Dinge ihres Aufgabenbereichs am liebsten „live und in Farbe“ sieht, weshalb sie auch schon in Einrichtungen der Behindertenhilfe mitgearbeitet hat. Ein Bild von der Realität zu haben, ist ihr ebenso wichtig wie die Tatsache, dass sie immer berufstätig gewesen ist und sich neben der langjährigen Erfahrung in der Politik – von Kreistags- bis Landtagsmandat – so immer auch ein Standbein im Alltag bewahrt hat.

Zum Thema Inklusion verdeutlichte Veldhues, dass ihre erste und leitende Frage stets sei, wo die beste Fürsorge für den jeweiligen Menschen geboten werde. Deshalb sei sie auch nicht generell für die Abschaffung von Sondereinrichtungen für Menschen mit Handicaps. Dies spreche für sie auch keinesfalls gegen Inklusion, die es auch im Alter geben müsse, so sagte sie unter großer Zustimmung des LSV-Vorstands. Konkret vereinbarten die Gesprächspartner, einen gemeinsamen Brief an die Bankverbände zu verfassen, um dem Antrag aus der LSV-Mitgliederversammlung zur Barrierefreiheit von Geldautomaten Nachdruck zu verleihen. Auch für den von der LSV eingerichteten Arbeitskreis zu den Fragen des Betreuungsrechtes zeigte die Landesbehindertenbeauftragte Interesse und Bereitschaft zur Mitwirkung. Dafür und vor allem für den konstruktiven Austausch dieses Tages bedankte sich Gaby Schnell herzlich beim Gast.

Gaby Schnell

Vorsitzende der Landesseniorenvertretung NRW

Das beigefügte Foto zeigt Elisabeth Veldhues (4.v.l.) und die LSV-Vorsitzende Gaby Schnell (2.v.l.) im Kreis des Vorstands der Landesseniorenvertretung beim Besuch in Münster. Foto: Theisohn