Seit genau 30 Jahren setzt sich die Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV NRW) engagiert für die Belange der älteren Bürgerinnen und Bürger ein. Will man ein Resümee dieser drei Jahrzehnte ziehen, dann lohnt der Blick auf die Mitgliederversammlung, die auf Einladung der dortigen Seniorenvertreter in diesen Tagen in Gelsenkirchen tagte: Die Delegierten der kommunalen Seniorenvertretungen sprachen dem Vorstand ihres Dachverbands für eine weitere Amtszeit ihr Vertrauen aus und setzten mit der „Gelsenkirchener Resolution“ ein Ausrufezeichen hinter die alte Forderung nach Einbindung der Seniorenvertretungen in die Gemeindeordnung.

„Seniorenvertretungen haben sich in diesen 30 Jahren einen Platz in der Seniorenpolitik erarbeitet. Sie bilden inzwischen unter dem Dach der Landesseniorenvertretung eine wichtige Stimme der Älteren“, so sagte Gaby Schnell, die alte und neue Vorsitzende der LSV, die daran erinnerte, dass es heute bereits in über 40 Prozent der 396 NRW-Kommunen eigenständige Seniorenvertretungen gibt. Die Erfolgsbilanz dieser Gremien und der darin engagierten Frauen und Männer zeige sehr deutlich, auf welche Chancen Kommunen verzichteten, die diese Mitwirkungsgremien nicht einrichteten. „Deshalb erinnern wir mit der hier verabschiedeten Resolution die Düsseldorfer Regierungs-Koalition energisch daran, endlich den bereits existierenden Gesetzentwurf zur Änderung der Gemeindeordnung zur Anerkennung von Seniorenvertretungen in den Landtag einzubringen“, sagte Gaby Schnell.

Barbara Steffens, NRW-Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, war eigens angereist, um in ihrem Grußwort zu 30 Jahren vertrauensvoller Zusammenarbeit von Landesregierung und LSV zu gratulieren. Dabei stellte sie die Arbeit der Seniorenvertretungen vor Ort“ als „extrem wichtig“ heraus“. Ihr Glückwunsch galt gleichzeitig auch den Gastgebern: Denn in Gelsenkirchen hat das Wort der Älteren bereits seit 40 Jahren in einem Beirat Gewicht, worauf sowohl Oberbürgermeister Frank Baranowski als auch Ernst Majewski als Beirats-Vorsitzender die weit über 200 Gäste stolz hinwiesen. Deren Tagesordnung war reich bestückt, denn neben den Wahlen gab es allein 17 Anträge zu diskutieren: Die ganze Bandbreite der Themen, um die sich Seniorenvertretungen kümmern, spiegelte sich darin wider. So ging es etwa um konkrete Verbesserungen, die sehbehinderten Menschen in Geldinstituten einen barrierefreien Zugang zu Selbstbedienungs- Automaten ermöglichen könnten. Ein Beispiel für den politischen Auftrag der Seniorenvertretungen bildet die Forderung, sich für die Wiederherstellung der Parität zwischen Arbeitsgebern und Arbeitnehmern bei den Krankenkassenbeiträgen einzusetzen. Doch auch praxisnahe Ideen wie die Einführung von bundesweit einheitlichen Reflektoren an Rollatoren fanden den Beifall der Teilnehmenden.

Mit einem bewährten, um zwei weitere Beisitzer ergänzten Team und mit Ermutigung von vielen Seiten geht die LSV NRW mit der Altenbergerin Gaby Schnell an der Spitze gestärkt in ein neues Arbeitsjahr. „Aufgaben und Themen werden uns ganz sicher nicht ausgehen“, sieht sie die älteren Menschen im Land nach 30 und mehr Jahren gelebter Partizipation auf einem spannenden Weg zu einer generationengerechteren Gesellschaft.