Als Ulla Pohlenz – Mross, Tochter des allzu früh verstorbenen Bildhauers Heinrich Pohlenz, das heimatliche Kevelaer anlässlich ihres Studiums in Süddeutschland verließ, brach der Kontakt zu Heinz Janssen nie ganz ab. Nun feiert sie in der Galerie Heinz Janssen mit einer umfangreichen Einzelausstellung von großformatiger, farbintensiver Malerei und subtiler Grafik ein Wiedersehen mit ihrer Heimatstadt.

Sie wird am Samstag, den 29.8., um 12 Uhr mit einer Vernissage eröffnet. Die Künstlerin wird anwesend sein. Musikalisch führen Markus und Michaela Birkhoff (Gitarre) gemeinsam mit Dieter Mross (Saxophon) durch den Event.

Neben intensiver, geradezu haptischer Malerei auf Leinwand und Holz, meisterhaften Holzschnitten, brilliert sie in feinen Kohlezeichnungen und kraftvollen Farbklängen in Mischtechniken mit Öl, Schellack und Acryl, auch gewagt kombiniert mit Aquatinta in Schwarz- und Goldtönen.

In fünf, sechs und mehr Schichten legt sie Farben und Strukturen übereinander. So wie im Leben sich frühe Erfahrungen mit späterer Erkenntnis verbinden, wird Unteres wieder frei. Frühes, erstes Entstehen verbindet sie mit der Tiefe vieler geschichteter Farben und Strukturen zu einem komplexen Ganzen. Die Leichtigkeit der Farbstrukturen basiert auf Handwerk in höchster Qualität.

Die offenen, einladenden, sinnlichen Hieroglyphen ihrer abstrakten Motive umkreisen das Thema Begegnung: Nähe wird ausgelotet zwischen Linienknäueln, senkrechten Strichgruppen. Zwischen Farbflächen wird die Spannung der Annäherung erlebbar; bei anderen Werken ein ausgeprägter Kontrast zwischen Farben beziehungsweise einem geheimnisvollen Hell-Dunkel. Hinwendung thematisiert sie ebenso wie Wachstum, Entfremdung, Sehnsucht und Distanz.

Musik und Kunst waren prägende Elemente in der Kindheit der Künstlerin und sind es bis heute geblieben. Der Vater Bildhauer, der die ersten künstlerischen Impulse gab, sie selbst und ihre ganze Familie aktive, begabte Musiker – so ergab sich zwangsläufig eine intensive Beziehung, ein Durchdringen von Bild und Musik. Es lassen sich die fliegenden Jazzelemente in Schwärmen kleiner Punkte, in der Hitze engster Striche, Kratzer und sogar feinster Messerschnitte in ihren großformatigen Gemälden beobachten. Ihre Linien folgen einem schwingenden Rhythmus. Sie durchqueren zart abgestufte Farbräume, suchen Dialog oder bleiben in unüberwindlicher Distanz.

In mehr als 15 Jahren als freischaffende Künstlerin tätig, kann sie auf eine beeindruckende Reihe an Einzelausstellungen im MLP Stuttgart (2004), im Museum Schloss Mühlheim (2008) oder in der Galerie Gräfe, Berlin (2015) zurückblicken. In komplexen Installationen sowie künstlerischen Gesamtkonzeptionen entfaltete sie ihre Fülle an Techniken und Ideen zum Beispiel bei der Kunst am Bau der Städtischen Musikschule Herrenberg oder der Ausgestaltung des Neubaus der Pfarrgemeinde der Stadt Mengen (2010).

Die Ausstellung in der Galerie Heinz Janssen, Kevelaer, wird vom 29.8. bis zum 21.9. 2015 am Kapellenplatz zu sehen sein. Eine Finissage am verkaufsoffenen Sonntag beendet die Werkschau.
Sie ist von Dienstag bis Freitag zwischen 14.30 und 18.00 Uhr, samstags von 10.30 bis 13.00 Uhr und sonntags von 14.30 bis 17.30 Uhr zu sehen.

Dr. Cora Eggers-Wrublick