Kevelaer. Es ist nicht nur einfach ein Steak, das Ihnen Kalli Hornbergs vorsetzt. Es ist der Star unter den Steaks, es ist niederrheinische Vollkommenheit für den Gaumen. 30 bis 45 Tage unter besonderen Klima-Kriterien am Knochen gereift: Dry-Aged-Beef. Wer gern Fleisch isst, für den führt kein Weg am Restaurant Alt Derp (Haus Stassen) vorbei.

Seit mehr als 20 Jahren servieren Michaela und Kalli Hornbergs (Karl-Heinz nennt ihn höchstens mal der Sohn) in ihrem rustikal-gemütlichen Restaurant niederrheinische Evergreens, die Leib und Seele zusammenhalten. Herzhaft und kräftig, kreativ und bodenständig. Gebratene Blutwurst mit Reibekuchen und Rübenkraut, etwa. Panhas auf Feldsalat mit Bratkartoffeln. Tafelspitz und Grünkohl. Oder der „Kevelaerer Sauerbraten“ – mit Rosinensauce, gerösteten Mandeln, Knödeln und hausgemachtem Apfelmus.
Und dann das: Mitten im Restaurant steht dieses gläserne Ding, die Reifekammer. Kräuterzweige, Knoblauchknollen und diverse Gewürze zaubern mediterrane Aromen herbei. Mittendrin ruht: das Fleisch. Kiloweise. Hochrippe, Steaks, Filets – von Weiderindern aus Straelen, Isselburg, Kerken, Hamminkeln, Kleve – die Schatzkammer des Alt Derp. In diesem gläsernen Ruheraum wird aus Premiumfleisch Dry Aged Beef, an der Luft gereiftes Rindfleisch. Und das schmeckt – einfach anders.
Ob als Filetsteak, Rumpsteak, Rib-Eye, T-Bone oder Porterhouse (das sind diese 1100 Gramm-Brocken) – im Alt Derp kommt das Fleisch ungewürzt auf den Teller. Flor de Sel, tasmanischer Pfeffer (im Mörser) und Chili-Öl mit frischen Kräutern werden dazugereicht. „Wir möchten, dass die Leute wieder erfahren können, wie Fleisch schmeckt“, sagt der Chef, der gelernter Koch und Metzgermeister ist. Das Fleisch kommt aus der Region – vom Fleischspezialisten Manten aus Geldern.

Das Geheimnis vom Dry Aged Beef: Zeit zur Reife. In Phase eins wird der natürliche Traubenzucker verbraucht und Milchsäure gebildet – das Fleisch wird zunächst zäh und verliert an Feuchtigkeit. In Phase 2, reift das Fleisch langsam, der pH-Wert steigt und alles wird butterzart.
Die Damen bevorzugen übrigens beim Rumpsteak die 200 Gramm-Ausgabe, Lady Cut. Die Herren schlagen eher bei 500 Gramm zu, Hero Cut. Wem das nicht reicht, da wäre ja auch noch der T-Bone-Kracher oder das Porterhouse. Mit einer Sauce vom schwarzen Knoblauch und einem mit Kräutern überbackenem Knoblauchbrot. Gespeist wird in rustikalem Brauhaus-Ambiente.
Das Alt Derp ist eines der ältesten Häuser am Platz. 1646, fünf Jahre nach dem der Kaufmann Hendrik Busmann an der heutigen Gnadenkapelle eine Erscheinung hatte und mit dem Bau eines Kapellchens den Grundstein zur Wallfahrt legte. Heute treffen sich Pilger, Touristen und Kevelaerer im Alt Derp. Und Feinschmecker. Das gleichnamige Fachmagazin hat das Haus den 300 besten deutschen Gasthäusern zugeordnet.

Öffnungszeiten: di-sa 11-14 Uhr und 18-22 Uhr (Küche)
so von 11-21 Uhr durchgehend warme Küche
Montag ist Ruhetag

Anschrift: Johannesstr. 23, 46623 Kevelaer
Telefon: 02832-78476
www.alt-derp.de