Sie sind seit zwölf Monaten Wirtschaftsförderer in und für die Stadt Kevelaer. Was ist das Faszinierende an Wirtschaftsförderung?

Das Faszinierende ist die tägliche Chance, durch eigene Initiativen und Kreativität dazu beizutragen, dass die unterschiedlichsten Themenfelder und auch Ideen nach vorne gebracht, Menschen zusammengeführt und auch zum Handeln motiviert werden.

Viele unterschiedliche Branchen, viele unterschiedliche Menschen und Interessenlagen bedeuten tagtäglich eine neue, spannende Herausforderung. Nicht unerwähnt lassen möchte ich natürlich die Zusammenarbeit im Team unserer Verwaltung, mit den politischen Gremien, der Wallfahrt, dem Verkehrsverein, den Werbegemeinschaften. Da bin ich wirklich überall bestens aufgenommen worden.

Was haben Sie sich auf die Agenda geschrieben?

In erster Linie dafür zu sorgen, dass sich die Unternehmer mit ihren Unternehmen hier bei uns in Kevelaer aufgehoben und verstanden fühlen. Zudem geht es mir als Wirtschaftsförderer natürlich immer generell um Weiterentwicklung und permanenter Profilschärfung unserer eigenen Kevelaerer Stärken.

Was hat denn Kevelaer, das
andere Städte nicht haben?

Da muss ich nicht lange überlegen. Natürlich die Wallfahrt mit der ganzen großen Historie, den vielen Pilgern, mit der Fülle an Werten und den spirituellen Erfahrungen gerade in unserer heutigen extrem schnelllebigen Zeit. Ein wirklich echtes Alleinstellungsmerkmal. Kevelaer hat aber auch städtebaulich einen ganz besonderen Charme, mit einer tollen Innenstadt, mit nach wie vor vielen schönen Geschäften, Gastronomiebetrieben und Veranstaltungen und mit den vielen Besuchern und Gästen unserer Stadt. Und es sind sicherlich die Kevelaerer selbst, mit ihrer sehr hohen Identität und Emotionalität. Eine wesentliche Rolle spielen dabei auch die vielen engagierten Menschen in den Vereinen.

Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Wie wird der Kapellenplatz im Jahre 2020 aussehen?

2020 hört sich irgendwie noch ziemlich weit weg an. Ist es aber gar nicht – es sind doch nur noch fünf Jahre. In diesen fünf Jahren wird in der optischen Wahrnehmung des Kapellenplatzes grundsätzlich keine Veränderung feststellbar sein. Das ist auch gar nicht gewollt und auch nicht notwendig. Aber es wird vielleicht dennoch Veränderungen gegeben haben. Veränderungen, die mit Optimierung der Barrierefreiheit und z. B. mit der Modernisierung der öffentlichen WC-Anlagen zu tun haben.

Und in 2030?

Das ist schon etwas schwerer zu beantworten. In 15 Jahren wird die technische Entwicklung gemessen am heutigen Standard vermutlich einige Quantensprünge gemacht haben. Das ist wohl ziemlich sicher. Aber ich bin mir auch ziemlich sicher, dass sich in 15 Jahren unser Kapellenplatz grundsätzlich strukturell nicht so verändert haben wird. Wenn überhaupt. Da gilt es doch, die Tradition und das Vorhandene zu bewahren, zu hegen und zu pflegen. Wünschenswert wäre allerdings ein verändertes und aktualisiertes Angebot im Umfeld des Platzes mit Hotellerie, Gas-tronomie und Einzelhandel.

Was mögen Sie an Kevelaer
besonders?

Nach rund einem Jahr hier in Kevelaer habe ich viele tolle Menschen kennen und schätzen gelernt. Ebenfalls die große Ruhe und dennoch ausgeprägte Dynamik – irgendwie Gegensätze, und das alles vereint an einem Ort. Unverwechselbar eben.