Erzbischof Laurent Lompo, geboren am Neujahrstag 1967, ist aufgewachsen in einer ländlichen Region im Nordwesten des Niger. Er stammt aus einer muslimischen Familie. Erst als Jugendlicher wurde er gemeinsam mit seiner Mutter getauft. Nach seinen Theologie- und Philosophie-Studien im Niger, in Burkina Faso und in Frankreich wurde er am 21. September 1997 zum Priester geweiht. Von 2003 bis 2013 diente er in der größten Diözese des Niger, in Niamey, als Generalvikar. Am 26. Januar 2013 wurde er von Papst Benedikt XVI. zum ersten nigrischen Weihbischof ernannt. Die Bischofsweihe spendete ihm im Beisein von Tausenden begeisterten Menschen im Stadion von Niamey sein Vorgänger im Erzbischofsamt, Mgr. Michel Cartatéguy. Im Oktober 2014 wurde er von Papst Franziskus zum ersten nigrischen Erzbischof ernannt.

Im Sahelstaat Niger leben fast 18 Millionen Menschen. Mehr als 99 Prozent sind Muslime, weniger als ein Prozent sind landesweit Christen. Seit Jahren wird dem interreligiösen Dialog zwischen Muslimen und Christen größte Bedeutung beigemessen und von beiden Seiten -Christen in der Minderheit und Muslimen- wird dieser praktiziert. Doch militante Islamisten und Boko Haram unterwandern aktuell die Oppositionsparteien und drohen alles ins Wanken zu bringen.
Am 1. Mai wird Mgr. Laurent Lompo die Kevelaerer Wallfahrtszeit 2015 eröffnen mit dem für ihn persönlich, für sein Land, für Afrika und die Welt bewegenden Leitgedanken „Habt Vertrauen, fürchtet euch nicht“.
Seit genau zehn Jahren sind die Kirchengemeinde St. Marien und die Wallfahrt in Kevelaer mit dem Niger in besonderer Weise verbunden. Inzwischen wurden mit Hilfe einiger niederrheinischer Kooperationspartner und der Kevelaerer Hilfsorganisation Aktion pro Humanität 22 Brunnen in der ländlichen Region Makalondi fertiggestellt. Diese ermöglichen inzwischen mehr als einer halben Millionen Menschen den Zugang zu sauberem Wasser. Die Kindersterblichkeit sinkt, das Wasser verbindet Männer und Frauen, Ethnien und Religionen in der gemeinsamen Nutzung der Brunnen. So dienen diese Projekte in besonderer Weise nicht nur der Gesundheit sondern auch dem Frieden. Die initiale Zündung für dieses – im Wortsinne- wunderbare Projekt der „Wasservermehrung“ in diesem Wüstenstaat fand im Kevelaerer Priesterhaus statt. Im Jahr 2005, in Anwesenheit des damaligen Generalvikars Laurent Lompo und von Mgr. Ambroise Ouedraogo aus der zweiten Diözese des Niger, Maradi. Der damalige Rektor der Wallfahrt, Pfr. Richard Schulte Staade, und Bürgermeister Dr. Axel Stibi empfingen die beiden in Kevelaer und taten diesen ersten Schritt zusammen mit vielen engagierten Kevelaerer Bürgern.
Die Verbesserung der medizinischen Basisversorgung in der gleichen ländlichen Region ist ein weiteres Ziel der gemeinsamen Anstrengungen zur Linderung der Leiden der Menschen in dem zeitweise allerärmsten Land der Welt. Immer wieder sind auch Krisen-Interventionen nötig bei Hunger, Dürre, Überflutungen, islamistischem Terror. Zuletzt vor wenigen Wochen, zu Beginn des Jahres 2015, in der unmittelbaren Folge der Ereignisse von „Charly Hebdo“. Über 70 Kirchen und kirchliche Institutionen, Pfarrhäuser, Konvente von Ordensschwestern wurden in Brand gesetzt, schwer beschädigt und geschändet. Immer geschehen diese Krisen-Interventionen in Kooperation von Kirchengemeinde und Hilfsorganisation.
Doch neben der gemeinsamen humanitären Hilfe, die von Kevelaer aus im Auftrag der Consolatrix Afflictorum in die Welt, nach Westafrika hinausgeht, gibt es auch frohe Verbindungen im Glauben und in der menschlichen Begegnung. Die alljährliche Motorradfahrer-Wallfahrt (MoWa) Mitte Juli verbindet den jetzigen Erzbischof schon seit vielen Jahren in fast freundschaftlicher Weise mit dem MoWa-Team und den Tausenden von Bikern, die zur Wallfahrt kommen. Mgr. Laurent besucht alle Brunnenprojekte regelmäßig und persönlich mit seinem Mitarbeiter auf den beiden Projekt-Motorrädern. Sein Motorrad zieht Mgr Laurent dem klimatisierten Jeep für diese Brunnentouren immer vor, denn er ist begeisterter Motorradfahrer. Und auf dem Weltkirche-Bike bei der MoWa chauffiert er dann den Rektor der Wallfahrt, Pastor Rolf Lohmann, mit dem Wallfahrtskreuz. Beide sind sichtbar mit Freude und guter Laune unterwegs – mit mehr als 105 PS für wechselseitige, menschliche Verbundenheit im Glauben und in wirklich freundschaftlicher und helfender Partnerschaft in unserer einen Welt.