Die Urform des Pilgerns ist die Fußwallfahrt. Bis zur Entstehung des Bahnverkehrs war sie für Jahrhunderte auch die einzige Weise des Pilgerns. Doch auch in Zeiten des modernen Individualverkehrs bleibt die Fußwallfahrt ein einzigartiges Erlebnis, denn sie ist Beten mit Leib und Seele. Beim Fußpilgern ist der Leib buchstäblich hineingenommen in die seelische Bewegung der Ausrichtung auf Gott. Und das Gehen durch die Schöpfung reißt wiederum die Seele mit und führt zu einer starken inneren Erfahrung.
Deshalb hat die Wallfahrtsleitung überlegt, wie auch diejenigen Pilger eine gewisse Erfahrung des Fußpilgerns machen können, die einen ein- oder mehrtägigen Fußweg nicht auf sich nehmen können oder wollen.

Für die Pilgerinnen und Pilger, die einigermaßen zu Fuß sind, bietet sich zum Beispiel der schöne Weg von Norden aus nach Kevelaer an. Diesen nur fünf Kilometer langen Weg kann man am Stadtrand von Weeze beginnen. Wenn man von der B 9 kommt, biegt man nach der Bahnüberführung des Willy-Brandt-Rings nach links in die Straße „Laer“ ein. Unmittelbar dort können die Fußpilger aussteigen. Dann geht man den Weg Richtung Bahntrasse und weiter über den Hotsweg auf gut gehbaren asphaltierten Wegen über das Wissener Feld und die Bauernschaft Keylaer, die Hubertusstraße und die Amsterdamer Straße zum Zentrum der Marienstadt. Schon von weitem grüßt der hohe Turm der Basilika und zeigt dem Pilger das Ziel an: Hier ist der Kapellenplatz mit der Gnadenkapelle.
Eine schöne Möglichkeit kann darin bestehen, in der Hubertuskapelle, die direkt am Weg liegt, eine kurze Statio für die letzte Wegstrecke zu halten. Die Hubertuskapelle liegt in der Bauernschaft Keylaer und stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Damit ist sie der älteste erhaltene Kirchbau in Kevelaer. 1884 malte Friedrich Stummel (1850 – 1919) fünf Fensterbilder zum Leben des hl. Hubertus, die von der Firma Hein Derix als Glasmalereien umgesetzt wurden und seit 1898 die Kapelle schmücken. Ein weiteres Fenster über dem Eingang zeigt den Erzengel Raphael als Begleiter des reisenden Tobias. Ein Bild, das zum Ausdruck bringt, dass Gottes Engel uns auf unseren Wegen begleiten.
Später kommt man an der Ecke Hubertusstraße/Nordstraße an der kleinen Fatima-Kapelle vorbei. Sie wurde 1959/60 auf Initiative einer Kevelaererin errichtet. Der schlichte Bau birgt eine holzgeschnitzte Statue der Muttergottes von Fatima. An dieser Kapelle liegt ein Gebet für den Frieden nahe.
Besonders empfiehlt die Wallfahrtsleitung diesen Weg für Gruppen mit Jugendlichen, damit diese die besondere Erfahrung der Fußwallfahrt machen können. Dabei ist es für Buspilgergruppen möglich, die Jugendlichen und weiteren Fußpilger am Stadtrand von Weeze aussteigen zu lassen und dann mit dem Rest der Gruppe über die B 9 im Bus nach Kevelaer zu fahren.
Die Wallfahrtsleitung hat verschiedene Fußwege auf Kevelaer zu erarbeitet und in einer Broschüre zusammengestellt, die u. a. im Büro der Info-Wallfahrt, Ecke Kapellenplatz/Maasstraße, erhältlich ist.